Von der Kettenbrücke zur Adria 


16 Aus­zu­bil­dende der Berufs­bil­den­den Schu­len aus Halle, Des­sau, Wit­ten­berg und Bit­ter­feld lern­ten im Mai Ungarns und Kroa­ti­ens Wirt­schaft, Bil­dungs­sys­teme und Kul­tur direkt vor Ort kennen-dabei gab es viel zu entdecken.

Mit Schutz­helm durch die Unter­neh­men Budapests

Per Zug reis­ten wir am ers­ten Tag nach Ber­lin und von dort per Flie­ger nach Buda­pest. Die Metro­pole an der Mol­dau war die erste Sta­tion der Prak­ti­kums­reise und beein­druckt vor allem mit der Weit­läu­fig­keit ihrer his­to­ri­schen Innen­stadt. Beim Auto­mo­bil­teil­zu­lie­fe­rer Pera­me­tal ver­mit­telte Sales Mana­ge­rin Andrea Fel­kai erste Ein­drü­cke über Inves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten am Wirt­schafts­stand­ort Ungarn. Anschau­lich und in ent­spann­ter Atmo­sphäre erklärte Geschäfts­füh­rer Herr Brennauer den jun­gen Leu­ten, wel­chen Ser­vice eine Außen­han­dels­kam­mer für KMU in Deutsch­land anbie­tet. Es ist immer eine tolle Gele­gen­heit, Infor­ma­tio­nen von einem Deut­schen zu erhal­ten, der schon einige Jahre im Ungarn lebt und arbei­tet. So hat­ten unsere Azu­bis nach die­sem Ter­min ein noch bes­se­res Ver­ständ­nis für Ungarns Wirt­schaft und seine Landsleute.

In der Anwalts­kanz­lei Cseri & Part­ner lern­ten die Teil­neh­mer die Arbeit einer inter­na­tio­na­len Kanz­lei ken­nen und erfuh­ren viel über das Unga­ri­sche Rechts­sys­tem. Für unsere Aus­zu­bil­den­den zu Rechts­fach­an­ge­stell­ten gab es sogar eine kleine Extra-Führung. Min­des­tens genauso wich­tig wie eine fach­lich gute Aus­bil­dung sind auf inter­na­tio­na­lem Par­kett sichere Eng­lisch­kennt­nisse. Diese wur­den am Fol­ge­tag in einem Work­shop auf Herz und Nie­ren geprüft. Im Anschluss ging es in Buda­pests ein­zige Abfall­auf­be­rei­tungs­an­lage. Gut gestärkt durch ein klei­nes Will­kom­mens­büf­fet und aus­ge­rüs­tet mit Schutz­hel­men ging es vor­bei an Verbrennungs- und Recy­cling­an­la­gen in eine schein­bar leere Halle. Groß war das Stau­nen als der Greif­arm zur Müll­tren­nung ein­ge­schal­tet wurde und durch die Müll­mas­sen pflügte.

Buda­pest nimmt seine Ver­ant­wor­tung für den Erhalt der Umwelt ernst, davon über­zeug­ten sich die Aus­zu­bil­den­den auch am Fol­ge­tag bei der Was­ser­ver­sor­gungs­ge­sell­schaft Buda­pest. Frau Min­dák ver­an­schau­lichte wie die Haupt­stadt mit Was­ser ver­sorgt wird und die Was­ser­res­sour­cen Ungarns geschützt wer­den. Dabei ist der Qua­li­täts­stan­dard so hoch, dass selbst die EU-Richtlinien über­er­füllt wer­den, fügte Frau Min­dák stolz hinzu. Weil wir uns nun bereits mit behelm­ten Füh­run­gen aus­kann­ten, ging uns die abschlie­ßende Besich­ti­gung der Heiz­an­la­gen der Buda­pes­ter Stadt­werke leicht von der Hand. Nach einer auf­re­gen­den Woche in Buda­pest, in der natür­lich auch unga­ri­sche Spe­zia­li­tä­ten pro­biert wur­den, ging es mit dem Flug­zeug an die nörd­li­che Adria­küste Kroatiens.

Test­fahrt bei Por­sche und Erkun­dun­gen am Mittelmeer

In der dritt­größ­ten Stadt des Lan­des, Rijeka, fand der zweite Teil des Aus­lands­prak­ti­kums statt. Einer der Höhe­punkte war der Besuch im Auto­haus Por­sche. Hier begeis­ter­ten Pfer­de­stär­ken und moder­nes Design die Teil­neh­mer. Unter Marketing- und Absatz­as­pek­ten erklär­ten uns die Mit­ar­bei­ter, wie sie vor Ort arbei­ten. Unsere Azu­bis nutz­ten natür­lich die Gele­gen­heit, um sich in die spor­ti­ven Wagen zu setzen.

Nicht feh­len durfte der Ter­min bei der Industrie- und Han­dels­kam­mer in Rijeka, wo Frau Anto­nin den Azu­bis Infor­ma­tio­nen über die Struk­tur und Auf­ga­ben der Kam­mer sowie über das Enter­prise Europe Net­work gab und ihnen zeigte, wel­chen Mög­lich­kei­ten es für KMU aus Sachsen-Anhalt gibt, in der Region Rijeka und in Kroa­tien zu inves­tie­ren oder zu koope­rie­ren. In locke­rer Atmo­sphäre beant­wor­tete sie anschlie­ßend die Fra­gen der Pro­jekt­teil­neh­mer und gab auch Ein­bli­cke in die kroa­ti­sche Unter­neh­mens­kul­tur. Anschlie­ßend wur­den wir in der Berufs­fach­schule für Wirt­schaft von den kroa­ti­schen Schü­lern und Leh­rern herz­lich emp­fan­gen. Hier konn­ten sich unsere Teil­neh­mer bewei­sen: Auf Eng­lisch soll­ten sie ihre Aus­bil­dun­gen und das deut­sche Bil­dungs­sys­tem vor­stel­len. Die anfäng­li­che Auf­re­gung war schnell ver­flo­gen. Inter­es­siert stell­ten die Azu­bis fest, dass die Schü­ler viel mehr Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten und Ver­an­stal­tun­gen mit­ein­an­der und mit den Leh­rern haben. So ver­an­stal­tet die Schule jähr­lich ein Bene­fiz­sport­fest, der Erlös wird an gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tio­nen gespendet.

In eine große, unbe­kannte Stadt im Aus­land zu rei­sen ist auch immer ein Aben­teuer. Umso mehr wenn man sie per Stadt­ral­lye erobern kann. In einer selbst­or­ga­ni­sier­ten Füh­rung prä­sen­tier­ten unsere Teil­neh­mer Wis­sens­wer­tes über viele Sehens­wür­dig­kei­ten wie etwa das Kas­tell von Trsat, die Alt­stadt und den Hafen. Als beson­dere Her­aus­for­de­rung meis­ter­ten alle die Stadt­ral­lye in eng­li­scher Sprache.

Zum Abschluss unse­rer zwei Wochen stell­ten die Teil­neh­mer Ihr Wis­sen aus der Pro­jekt­ar­beit und auch aus den Geschäfts­ter­mi­nen im Abschluss­test unter Beweis. Am nächs­ten Tag stie­gen wir mit vie­len schö­nen Erin­ne­run­gen an zwei tolle Wochen ins Flug­zeug in Rich­tung Hei­mat. Ungarn und Kroa­tien sind defi­ni­tiv eine Reise wert!





 
http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=56698 http://www.esf.de/portal/generator/8/startseite.html