Stadtgewimmel mit Meerblick 


Wie fühlt es sich an, zwei Wochen lang in einem frem­den Land Gast zu sein, hin­ter die Kulis­sen sei­ner Unter­neh­men bli­cken zu kön­nen, neue Men­schen zu tref­fen und seine Kultur- und Natur­schätze bewun­dern zu kön­nen? Auf jeden Fall großartig-das fan­den die 14 Aus­zu­bil­den­den, die im April 2014 Kroa­tien ganz inten­siv ken­nen ler­nen durf­ten. Dabei spielte natür­lich vor allem die herz­li­che Gast­freund­schaft der Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen, die ent­spannte und lockere Lebens­art der Kroa­ten, das milde Wet­ter und das leckere Essen eine große Rolle.

Zagreb: Euro­pas gro­ßes Kaffeehaus

Als unsere Gruppe vom Flug­ha­fen in Zagreb mit dem Bus in die Innen­stadt fuhr, waren die Erwar­tun­gen groß. Die kroa­ti­sche Haupt­stadt sollte für eine Woche unsere erste Sta­tion sein, viele span­nende Ter­mine war­te­ten auf uns. Die erste Nacht im Hotel war zum Erho­len da, denn am nächs­ten Tag star­te­ten wir mit dem Pro­gramm: Wir besuch­ten die größte und modernste Klär­was­ser­an­lage in Süd­ost­eu­ropa am Stadt­rand von Zagreb. Durch die rie­sige Anlage wur­den wir von den net­ten Mit­ar­bei­tern der RWE Hrvat­ska geführt und hat­ten dabei oft das Gefühl, auf einer Mon­d­raum­ba­sis zu wandeln- die Archi­tek­tur der Anlage war schon außer­ge­wöhn­lich. Anschlie­ßend plau­der­ten wir mit ihnen bei der Essen­s­ein­la­dung in der Kan­tine über unser Pro­jekt und die Berufs­aus­bil­dung in Kroa­tien. Danach ging es für die Gruppe zur Deutsch-Kroatischen Außen­han­dels­kam­mer, wo uns die Mit­ar­bei­ter sprich­wört­lich an ihren Schreib­ti­schen sit­zen lie­ßen und uns von ihren Auf­ga­ben als Kam­mer und ihrer täg­li­chen Arbeit erzählten.

Der nächste Tag stand ganz im Zei­chen von opti­schen Ein­drü­cken: in der Berufs­fach­schule für Mode und Design konn­ten wir den kroa­ti­schen Schü­lern beim Nähen, Zeich­nen und Desi­gnen zuse­hen und am Nach­mit­tag muss­ten die Azu­bis ihre Team­fä­hig­keit und ihren Ori­en­tie­rungs­sinn bei der Stadt­ral­lye unter Beweis stel­len. Es ging quer durch die Zagre­ber Alt­stadt, wobei nicht nur die schöne Archi­tek­tur bewun­dert wer­den konnte, son­dern auch kleine Auf­ga­ben gelöst wer­den muss­ten. Die Tage in Zagreb flo­gen nur so an uns vor­bei: Wir spra­chen bei der kroa­ti­schen För­dera­gen­tur für KMU über För­de­rungs­mög­lich­kei­ten für Unter­neh­men, mach­ten einen Aus­flug zum Phar­ma­ver­trieb Medi­cal Inter­trade und besich­tig­ten deren hoch­mo­derne Lager­hal­len. Auch der welt­weit größte Lebens­mit­tel­her­stel­ler Nestle öff­nete uns seine Türen und wir beka­men inter­es­sante Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zum Absatz­markt für ver­schie­dene Pro­dukte in Kroa­tien. Dabei spielte Kaf­fee und das dazu­ge­hö­rige Mar­ke­ting eine wich­tige Rolle – und das erfolg­reich, denn das konn­ten wir auch auf den Stra­ßen Zagrebs jeden Tag live erle­ben, wenn die jun­gen und alten Kroa­ten sich in den unzäh­li­gen Cafés der Stadt trafen.

Den Abschluss unse­rer schö­nen Zeit in Zagreb bil­dete der Besuch bei der Deutsch­klasse in der Berufs­fach­schule für Ver­wal­tung. Bei einem gemüt­li­chen Bei­sam­men­sein stell­ten sich die Schü­ler gegen­sei­tig ihr Schul- und Aus­bil­dungs­sys­tem vor. Schnell bil­de­ten sich kleine deutsch-kroatische Grüpp­chen und es wurde in Deutsch und Eng­lisch über die bis­he­ri­gen Erleb­nisse gespro­chen. Die Stim­mung war sehr gut und so ver­ab­re­dete man sich für den Abend, um in einem Bier­gar­ten selbst gebrau­tes kroa­ti­sches Bier zu pro­bie­ren. Mit die­sem gelun­gen Abend und neuen Freund­schaf­ten ver­ab­schie­de­ten wir uns von Zagreb, um am nächs­ten Tag nach Split zu fahren.

Alte Schön­heit am Meer

Sze­nen­wech­sel: helle Gebäude, his­to­ri­sche Gemäuer, Sonne, Pini­en­duft und eine blaue Adria - so emp­fing uns die Alt­stadt von Split. Schnell waren wir von der ruhi­gen, gelas­se­nen Art Dal­ma­ti­ens fas­zi­niert. Nichts­des­to­trotz gab es auch in der zweit­größ­ten Stadt Kroa­ti­ens Inter­es­san­tes zu ler­nen. In der Industrie- und Han­dels­kam­mer in Split erfuh­ren die Azu­bis Fak­ten zur Wirt­schaft in der Region, die vor allem vom Tou­ris­mus lebt. Bei unse­rem Ter­min in der Uni­ver­si­tät Split am Depart­ment für beruf­li­che Bil­dung wurde es für unsere Teil­neh­mer noch ein­mal ernst: Sie stell­ten ihre Prä­sen­ta­tion über die Berufs­aus­bil­dung in Deutsch­land auf Eng­lisch vor. Alle waren sehr ner­vös, aber es klappte gut. Ein­mal über sei­nen Schat­ten zu sprin­gen, ist eine gute Erfah­rung. Gemein­sam mit den Dozen­ten, die uns auf Getränke ein­lu­den und eini­gen deut­schen Stu­den­ten, die in Split ein Aus­lands­se­mes­ter absol­vier­ten, unter­hiel­ten wir uns über Auslandserfahrungen.

Beim kroa­ti­schen Arbeit­ge­ber­ver­band wie­derum erfuh­ren wir, wie Unter­neh­men, Regie­rung und Gewerk­schaf­ten zusam­men­ar­bei­ten müs­sen und auch so machen Kon­flikt unter­ein­an­der zu lösen haben. Unse­ren Azu­bis wur­den hier viele Fra­gen zu ihren Bran­chen beantwortet-unsere Gast­ge­ber waren wie immer offen und freund­lich. Und was liegt näher, als in einer Hafen­stadt auch ein­mal einen Güter­ha­fen zu besich­ti­gen? Zwei Mit­ar­bei­ter der Hafen­ver­wal­tung in Split führ­ten uns durch ihr Revier und erklär­ten uns den Weg von der Ankunft der Con­tai­ner­schiffe am Dock bis zur Lie­fe­rung der Ware in den Supermarkt.

Zum Abschluss unse­res Auf­ent­hal­tes in Split orga­ni­sier­ten die Teil­neh­mer eine kleine Stadt­füh­rung für ihren Coach durch die Alt­stadt von Split. Der Abschied von der Sonne, der tol­len Natur und dem tür­kis­blauem Meer fiel schwer. Kroa­tien hatte uns herz­lich und quir­lig emp­fan­gen und ver­ab­schie­dete uns auf die glei­che Art.





 
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