Lebendiges Warschau und offenes Zagreb 


Im März konn­ten sich 16 Aus­zu­bil­dende aus den Berufs­bil­den­den Schu­len in Halle, Zeitz und Wit­ten­berg über die pol­ni­sche und kroa­ti­sche Wirt­schaft und Kul­tur infor­mie­ren. Zwei Wochen in War­schau und Zagreb mit Aha-Effekt.

War­schau - am Puls der Stadt

Dass die pol­ni­sche Haupt­stadt das wirt­schaft­li­che Zen­trum des Lan­des ist, spür­ten wir unmit­tel­bar nach der Ankunft am Abend. Direkt an einem der Haupt­kno­ten­punkte des Wirt­schafts­vier­tels gele­gen, konn­ten wir von unse­rem Hotel aus das pul­sie­rende Leben beobachten.

Auch unsere Gruppe stürzte sich am nächs­ten Tag ins Gewim­mel und erfuhr bei der Polish Infor­ma­tion and Invest­ment Agency eine Menge über die wirt­schaft­li­chen Bezie­hun­gen zwi­schen Polen und Deutsch­land, über beson­ders erfolg­rei­che pol­ni­sche Pro­dukte und über die Zusam­men­ar­beit mit aus­län­di­schen Inves­to­ren im Land. Wer von uns wusste schon, dass Polen der euro­pa­weit erfolg­reichste Pro­du­zent von Äpfeln und Cham­pi­gnons ist und dass auch Polen zu Luft und im Was­ser mit den Export­schla­gern Hub­schrau­ber und Yach­ten Erfolg hat? Nach einem klei­nen Abste­cher zum Prä­si­den­ten­pa­lais in einem der schö­nen Park­an­la­gen War­schaus, ging es für die Gruppe wei­ter zur Deut­schen Bot­schaft. Hier erfuh­ren wir vom deut­schen Wirt­schafts­de­zer­nen­ten aus ers­ter Hand Infor­ma­tio­nen über die bila­te­ra­len Bezie­hun­gen zwi­schen Deutsch­land und Polen und wie eine Deut­sche Bot­schaft im Aus­land arbei­tet und auf­ge­baut ist.

Wie ver­hal­ten sich pol­ni­sche Geschäfts­leute eigent­lich in Mee­tings oder bei Ver­hand­lun­gen? Auch am nächs­ten Tag beschäf­tig­ten wir uns inten­siv mit den Fak­ten rund um unser Nach­bar­land. Anschlie­ßend hat­ten wir die Mög­lich­keit in der Pri­vat­kli­nik MD Cli­nic mit dem Arzt und Geschäfts­füh­rer das deut­sche und pol­ni­sche Gesund­heits­sys­tem zu ver­glei­chen. Wir hat­ten viel Spaß dabei, uns in den moder­nen Räum­lich­kei­ten umzu­se­hen und staun­ten über das moderne Kon­zept der Klinik.

Laut wurde es bei unse­rem Ter­min im Insty­tut Ener­ge­tyki, des Insti­tuts für Inge­nieur­dienst­leis­tun­gen und For­schung im Ener­gie­sek­tor. Gespannt ver­folgte unsere Gruppe die Tests an einer Hoch­span­nungs­an­lage. Ein lau­ter Knall, ein kur­zer Blitz - die rie­sige meter­hohe Test­kon­struk­tion war sehr beein­dru­ckend. Der Geschäfts­füh­rer und die Mit­ar­bei­ter des Insti­tuts emp­fin­gen uns sehr herz­lich und orga­ni­sier­ten für uns sogar eine Taxi­fahrt zum zwei­ten Stand­ort, wo wir einen Ein­blick in die For­schungs­la­bore beka­men. Die Inge­nieure arbei­te­ten unter ande­rem daran, aus Kohle mög­lichst sau­bere Ener­gie zu gewin­nen. In unse­rer anschlie­ßen­den Pro­jekt­ar­beit ging es um Inter­kul­tu­relle Kom­mu­ni­ka­tion und wie man sich mit einem poten­ti­el­len Geschäfts­part­ner auf Eng­lisch verständigt.

Am letz­ten Tag in War­schau war­tete noch eine Her­aus­for­de­rung in Sachen Team­ar­beit - unsere Teil­neh­mer soll­ten für ihre Coa­ches eine Stadt­füh­rung in Eng­lisch orga­ni­sie­ren und dabei die High­lights der Stadt prä­sen­tie­ren. Hier lern­ten alle, was Team­work heißt, denn es ist gar nicht so ein­fach, so etwas zu sech­zehnt zu orga­ni­sie­ren. Unter strah­len­den blauen Him­mel führ­ten die Azu­bis dann aber erfolg­reich vom Natio­nal­sta­dion über das Frederik-Chopin-Museum bis hin zum König­schloss und der klei­nen War­schauer Meer­jung­frau durch Warschau.

Zagrebs unbe­schreib­li­che Gastfreundschaft

Am nächs­ten Tag hieß es auch schon Abschied neh­men von der Metro­pole und hin­ein ins Flug­zeug nach Kroa­tien. Die Haupt­stadt Zagreb emp­fing uns mit ihrer typi­schen kroa­ti­schen Gelas­sen­heit, die wir am Wochen­ende etwas inten­si­ver genie­ßen konn­ten. Los ging es mit dem Pro­jekt­work­shop Kroa­tien – wie, wo, was, wann? Dabei ging es natür­lich nicht nur um die Wirt­schaft, son­dern auch um die Geschichte des Lan­des. Um die Stadt und Ihre schö­nen Ecken bes­ser ken­nen zu ler­nen, gab es für unsere Azu­bis eine kleine Stadt­rally mit Aufgaben.

Der Mon­tag begann mit einem Besuch bei der kroa­ti­schen Agen­tur für kleine und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men und Inves­ti­tio­nen HAMAG Invest, wo wir uns mit einer Mit­ar­bei­te­rin über die Ent­wick­lung und För­de­rung derer in Kroa­tien unter­hiel­ten. Um Wirt­schaft, Aus­bil­dungs­sys­teme und Tou­ris­mus ging es am nächs­ten Tag bei der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Han­dels­kam­mer. In locke­rer Runde stan­den uns die kroa­ti­schen und deut­schen Mit­ar­bei­ter Rede und Ant­wort. Ein sym­pa­thi­sches Team, wel­chem man den Spaß und Enthu­si­as­mus ihrer Arbeit anmerkte. Anschlie­ßend wurde es wie­der tech­nisch, als uns beim Insti­tut für Tech­no­lo­gie und Anwen­dungs­ent­wick­lung HRID die Mit­ar­bei­ter Ihre Geräte und Anla­gen erklär­ten, mit denen sie Sicher­heits­test an Atom­kraft­an­la­gen auf der gan­zen Welt durch­füh­ren. Auch zwi­schen den theo­re­ti­schen Erklä­run­gen gab es Zeit für inter­es­sante Gesprä­che. Immer wie­der wur­den unsere Teil­neh­mer ermu­tigt, sich noch ein biss­chen mehr in der Welt um zu sehen und in jun­gen Jah­ren so viel Erfah­rung wie mög­lich im Aus­land zu sammeln.

Mit dem glei­chen Tenor begann auch unser nächs­ter Tag im Goethe-Institut Zagreb. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die eben­falls sowohl aus Deutsch­land als auch aus Kroa­tien stam­men, infor­mier­ten uns über die Auf­ga­ben des welt­wei­ten Insti­tuts. Aus der Pra­xis und vom Leben in Zagreb plau­der­ten dabei auch zwei junge deut­sche Prak­ti­kan­tin­nen des Insti­tuts. Unsere Azu­bis durf­ten sich an einem klei­nen Deutsch­test ver­su­chen - auf Säch­sisch. Bestan­den haben sie die­sen natür­lich auch. Um nun auch end­lich zu erfah­ren, wie denn kroa­ti­sche Schü­ler ler­nen und wie das Schul­sys­tem im Land funk­tio­niert, fuhr die Gruppe anschlie­ßend in die Berufs­fach­schule für Ver­wal­tung und Mode­de­sign. Nach­dem wir durch die Werk­stät­ten und Ate­liers der Desi­gnab­tei­lung geführt wor­den, gaben uns die Schü­le­rin­nen und Schü­ler einen Ein­blick in Ihre Arbei­ten. Eine Deutsch­klasse der Abtei­lung Ver­wal­tung emp­fing uns herz­lich und stellte uns das kroa­ti­sche Aus­bil­dungs­sys­tem vor- teil­weise auf per­fek­tem Deutsch, was unsere Azu­bis stau­nen ließ. Auch unsere Gruppe hatte eine Prä­sen­ta­tion über das deut­sche Berufs­aus­bil­dungs­sys­tem und über unser Pro­jekt vor­be­rei­tet. Einige unse­rer Teil­neh­mer ver­ab­re­de­ten sich mit den kroa­ti­schen Schü­lern für den nächs­ten Abend zum Essen.

Auch an unse­rem letz­ten Tag besuch­ten wir eine Zagre­ber Schule. In der Ers­ten Wirt­schafts­schule Zagrebs emp­fing uns das Leh­rer­kol­le­gium mit einem Früh­stück. Nur der Emp­fang in der Aula über­traf dies noch: 200 Bei­fall klat­schende Schü­ler saßen dort. Da lief dem einen oder ande­ren Azubi schon eine Gän­se­haut über den Rücken, denn die Prä­sen­ta­tion über unser Aus­bil­dungs­sys­tem hiel­ten sie auf Eng­lisch. Bei einem anschlie­ßen­den Rund­gang durch das his­to­ri­sche Schul­ge­bäude sahen wir die Biblio­thek, die Übungs­fir­men der Schü­ler und wir beka­men sogar ein Ständ­chen von einer sehr talen­tier­ten Schü­le­rin. Ein paar der Deutsch­schü­ler führ­ten uns noch durchs son­nige Zagreb. Moti­viert von die­sem herz­li­chen Emp­fang galt es nun noch den Abschluss­test über die letz­ten zwei Wochen zu schrei­ben, bevor wir uns per Flug­zeug wie­der auf den Weg nach Hause machten.

Mit vie­len neuen Ein­drü­cken, Kon­tak­ten und Erleb­nis­sen wer­den diese zwei Wochen in Polen und Kroa­tien sicher­lich nicht so schnell in Ver­ges­sen­heit geraten.





 
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