Knedlík & Palacsinta: Prag und Budapest 


Acht Aus­zu­bil­dende der Berufs­bil­den­den Schu­len aus Halle und Bit­ter­feld konn­ten sich im Novem­ber über Tsche­chi­ens und Ungarns Wirt­schaft, Bil­dungs­sys­tem und Kul­tur vor Ort informieren-und dabei gab es vie­les zu entdecken.

Kulis­sen­klop­fen und Auto­hoch­zeit in Prag

Ers­ter Stopp Prag: Die tsche­chi­sche Haupt­stadt mit ihren gol­de­nen Tür­men hat nicht nur optisch und kul­tu­rell eini­ges zu bie­ten, son­dern ist  mit Ihrer Umge­bung  das  Wirt­schafts­zen­trum der Tsche­chi­schen Repu­blik. Unsere kauf­män­ni­schen Azu­bis hat­ten schon beim ers­ten Ter­min in der Berufs­fach­schule für Ver­wal­tung und Wirt­schaft ihren ers­ten gro­ßen Auf­tritt: Vor den Pra­ger Leh­rern und Schü­lern durf­ten sie Sachsen-Anhalt und das duale Aus­bil­dungs­sys­tem vor­stel­len. Durch den herz­li­chen Emp­fang ermu­tigt, gelang ihnen das auch sou­ve­rän. Beim anschlie­ßen­den gemein­sa­men Besuch in der Deut­schen Bot­schaft spra­chen wir mit einer Bot­schafts­mit­ar­bei­te­rin über die DDR-Flüchtlinge im Som­mer 1989 und auch über die poli­tisch und wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit zwi­schen Deutsch­land und der Tsche­chi­schen Repu­blik.  In den Barrandov-Filmstudios staun­ten die Pro­jekt­teil­neh­mer nicht schlecht als uns ein Mit­ar­bei­ter durch den Fun­dus der Kos­tüme, Möbel und ande­ren Requi­si­ten führte. Aber­tau­sende von Klei­dungs­stü­cken und Gegen­stän­den wer­den dort gela­gert und jähr­lich für Film­pro­duk­tio­nen aus der gan­zen Welt verliehen.

Wei­ter ging es am nächs­ten Tag mit inter­es­san­ten Wirt­schafts­fak­ten über unser Nach­bar­land. Bei der Inves­ti­ti­ons­för­de­rungs­agen­tur Czech Invest infor­mier­ten wir uns über das Inves­ti­ti­ons­klima im Land und staun­ten nicht schlecht, wie eng die Bezie­hung bei Han­del und Unter­neh­mens­ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und Tsche­chien sind. In der Mitt­le­ren Kran­ken­pfle­ge­schule in Prag beka­men die Teil­neh­mer einen inten­si­ven Ein­blick in die Aus­bil­dung tsche­chi­scher Pfle­ge­kräfte. So konn­ten wir live im Unter­richt erle­ben, wie die Schü­ler für den Bereich der Not­auf­nahme ler­nen oder ihre Erste-Hilfe-Grundlagen ver­in­ner­lich­ten. Einige der Pfle­ge­schü­ler aus Prag wer­den im Dezem­ber auch Kran­ken­häu­ser und Schu­len in Halle und Luther­stadt Wit­ten­berg besuchen.

Den Abschluss unse­rer Woche in Prag stellte der Besuch bei den ŠKODA-Werken in  Mladá Bole­s­lav dar. Vor Ort wur­den wir zunächst aus­führ­lich im Museum des Auto­mo­bil­her­stel­lers über die Geschichte und wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung des Kon­zerns infor­miert. Viele his­to­ri­sche Modelle gab es da zu bestau­nen, aber auch futu­ris­ti­sche Design­stu­dien, in denen Böh­mi­sches Glas ganz neue Akzente im Aus­se­hen eines Autos setzte. Wer von uns wusste denn schon vor unse­rem Besuch, dass ŠKO­DAs Geschichte damals mit der Manu­fak­tur von Fahr­rä­dern begann? Wie die heu­ti­gen Modelle gefer­tigt wer­den, durf­ten sich die Azu­bis dann in der Pro­duk­ti­ons­halle anse­hen. Dabei  konn­ten wir Schritt für Schritt zuse­hen, wie die ver­schie­de­nen Modelle von den Mit­ar­bei­tern zusam­men­ge­setzt wur­den. Auch einen Blick in das Press­werk und die Moto­ren­fer­ti­gung durf­ten wir wer­fen. Übri­gens: Das Ver­ei­nen der Karos­se­rie mit Motor und Getriebe nennt man Hochzeit.

Infos aus ers­ter Hand und weite Dimen­sio­nen in Budapest

Per Zug reis­ten wir am nächs­ten Tag durch die herbst­li­che Land­schaft nach Buda­pest. Ungarns leb­hafte Metro­pole war die zweite Sta­tion unse­rer Prak­ti­kums­reise und unter­schei­det sich von Prag vor allem in der Weit­läu­fig­keit ihrer his­to­ri­schen Innen­stadt. In der Berufs­schule für Wirt­schaft in Buda­pests Nor­den wur­den wir von den unga­ri­schen Schü­lern und Leh­rern herz­lich emp­fan­gen. Auch hier muss­ten sich unsere Teil­neh­mer wie­der bewei­sen: Auf Eng­lisch soll­ten sie ihre Aus­bil­dun­gen und das deut­sche Bil­dungs­sys­tem vor­stel­len. Ein wenig Lam­pen­fie­ber gehörte da dazu. Inter­es­siert stell­ten die Azu­bis fest, dass die Schü­ler viel mehr Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten und Ver­an­stal­tun­gen mit­ein­an­der und mit den Leh­rern haben. Pfer­de­stär­ken und moder­nes Auto­haus­de­sign gab es anschlie­ßend beim Ter­min im Audi-Zentrum Buda­pest zu bestau­nen. Unter Marketing- und Absatz­as­pek­ten erklär­ten uns die Mit­ar­bei­ter, wie sie vor Ort arbei­ten. Unsere Azu­bis nutz­ten natür­lich die Gele­gen­heit, um mit den spor­ti­ven Flit­zern zu posieren.

Der Besuch im unga­ri­schen Par­la­ment ist fast schon Pflicht. Auch unsere Teil­neh­mer waren von dem prunk­vol­len Gebäude beein­druckt, von außen genauso wie von innen. Mit ande­ren Besu­chern wur­den wir bis in einen der Sit­zungs­säle geführt. Anschlie­ßend infor­mier­ten sich unsere Pro­jekt­teil­neh­mer bei der unga­ri­schen Behörde für Berg­bau und Geo­lo­gie, wel­che Bedin­gun­gen man erfül­len muss, um in Ungarn nach Boden­schät­zen zu suchen. Ein gro­ßes Archiv mit vie­len tau­sen­den geo­lo­gi­schen Daten hielt auch so man­chen his­to­ri­schen Schatz bereit, sogar einige alte Doku­mente in deut­scher Sprache.

Am nächs­ten Tag konn­ten wir uns in locke­rer Atmo­sphäre in der Deutsch-Ungarischen Industrie-und Han­dels­kam­mer mit dem Geschäfts­füh­rer Herrn Brennauer über die Inves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten in Ungarn unter­hal­ten. Anschau­lich erklärte er den jun­gen Leu­ten, wel­chen Ser­vice eine Außen­han­dels­kam­mer für KMU in Deutsch­land anbie­tet.  Es ist immer eine tolle Gele­gen­heit, Infor­ma­tio­nen von einem Deut­schen zu erhal­ten, der schon einige Jahre in Ungarn lebt und arbei­tet. So hat­ten unsere Azu­bis nach die­sem Ter­min  ein noch bes­se­res Ver­ständ­nis für Ungarns Wirt­schaft und seine Landsleute.

In eine große, unbe­kannte Stadt im Aus­land zu rei­sen ist ein Aben­teuer. Umso mehr wenn man sie per Stadt­ral­lye erobern kann. In einem vor­ge­ge­be­nen Zeit­fens­ter kleine Auf­ga­ben in Teams lösen und dabei die wich­tigs­ten Sehens­wür­dig­kei­ten erkunden-gar nicht so ein­fach, wie man denkt, aber auf jeden Fall unver­ges­sen für unsere Pro­jekt­teil­neh­mer. Unser letz­ter Besuch galt in Buda­pest dem Goe­the Insti­tut, wo wir uns durch Lösen von Auf­ga­ben die Akti­vi­tä­ten und Ange­bote spie­le­risch erar­bei­te­ten und über die große Reso­nanz der Deutsch­kurse staunten.

Zum Abschluss unse­rer zwei Wochen in Tsche­chien und Ungarn muss­ten sich die Teil­neh­mer noch dem Abschluss­test stel­len, wo sie ihr Wis­sen aus der Pro­jekt­ar­beit und auch aus den Ter­mi­nen unter Beweis stel­len konn­ten. Mit vie­len schö­nen Erin­ne­run­gen an zwei tolle Wochen stie­gen wir am nächs­ten Tag ins Flug­zeug in Rich­tung Hei­mat. Tsche­chien und Ungarn sind defi­ni­tiv eine Reise wert!





 
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